14. August 2025
Remember, remember the beginning of August.
Legenden, Eis & Motivation – ein Geburtstags-Boost der besonderen Art
Es gibt Legenden, es gibt die, die gefallen sind und die, die wieder aufgestanden sind.
Ich bin keiner von denen, die sich täglich motivieren, weil sie müssen. Ich bin einer von denen, die irgendwann mal gebrannt haben – für Sport, für Bewegung, für das Gefühl, sich zu fordern. Und der dieses Feuer immer wieder neu entfachen muss.
Gerade jetzt, auf meinem Weg zurück zum Sport, auf meinem Weg mit und trotz all dem, was unser Leben gerade so herausfordernd macht, sind genau solche Momente entscheidend: Kleine Lichtblicke. Persönliche Meilensteine. Dinge, die wieder einen Schritt nach vorn bedeuten.
Und genau das war mein Geburtstag dieses Jahr. Nicht laut. Nicht übertrieben. Aber richtig besonders.
Lisa hat mir zwei Geschenke gemacht – zwei, die symbolisch kaum besser zu mir passen könnten:
Eins für die Seele und eins für die Figur.
Ein Sport, der mich nie ganz losgelassen hat
Wer mich nicht kennt, weiß vielleicht nicht, dass ich seit meiner Kindheit eine große Faszination für einen Sport habe, der oft im Schatten von Skandalen stand – und trotzdem für mich immer mit Herz, Kraft und Ausdauer verbunden war: Radrennsport.
Angefangen hat alles 1996/1997. Ein Deutscher im Gelben Trikot – Jan Ullrich. Das Team Telekom. Und mein Vater, der mit uns gleich zwei Mal live zur Tour de France gefahren ist.
Ich erinnere mich an fliegenden Käse von der Werbekarawane, skurrile Fahrzeuge, hupende Begleitwagen – und an den Nervenkitzel am Berg, wenn plötzlich alle um einen herum zu Fans werden und das Feld vorbeifliegt.
Wenn mein Vater noch Fotos von damals hat, lade ich die definitiv mal hoch – denn diese Erinnerungen haben mich geprägt.
Da hat mein Herz angefangen, für diesen Sport zu schlagen. Nicht für den Wettbewerb allein – sondern für das, was ihn ausmacht: Durchhalten, Leiden, Kämpfen, Siegen.
Von Helden und Schattenseiten
Wie das Leben manchmal spielt, kamen mit den Jahren auch die Skandale – Doping, Abstürze, Enttäuschung. Viele Kindheitshelden fielen tief.
Und auch ich distanzierte mich irgendwann zwischen 2008 und 2018 – fast ein Jahrzehnt Pause.
Doch dann kam die neue Generation. Kittel. Greipel. Martin. Und nicht zuletzt Teams wie Jumbo-Visma, die mit Struktur, Strategie und Leidenschaft wieder Leben reingebracht haben.
Und plötzlich war die Faszination wieder da. Nicht nur bei mir, sogar bei Lisa!
Sie, die anfangs noch dachte: “Stundenlang Leuten beim Radfahren zusehen – was soll daran spannend sein?”, verstand irgendwann, worum es wirklich geht: Die Kämpfe in den Etappen, die Geschichten hinter den Fahrern, der tägliche Ritt an die eigene Grenze.
Seitdem schauen wir gemeinsam. Fiebern mit.
Und teilen etwas, das mir als Kind wichtig war – heute aber noch viel mehr bedeutet.
Mein Held – gefallen, gekämpft, zurück
Neben Erik Zabel war er für mich immer der Größte: Jan Ullrich.Und ja – sein Fall war tief. Aber sein Weg zurück zeigt genau das, was mich so bewegt: Dass es sich lohnt, wieder aufzustehen.
Dass Scheitern nicht das Ende ist. Und dass Menschen sich ändern können, wenn sie bereit sind, zu kämpfen.
Deshalb war Lisas erstes Geschenk für mich ein echter Gänsehaut-Moment:
„Himmel, Hölle – und zurück ins Leben: Triumph und Tragödie des Ausnahmesportlers Jan Ullrich“ – das Buch über Jan Ullrichs Leben.
Ein Geschenk, das nicht nur von Herzen kam, sondern auch Motivation pur ist.
Vielleicht ist es naiv, aber einer meiner Träume wäre, irgendwann mal eine Runde mit Ulle zu drehen.Wer weiß, manche Träume brauchen einfach ein bisschen mehr Anlauf.
(Wobei – mit Rick Zabel hab ich ja schon mal das Wasser reichen dürfen. Oder war’s ein alkoholfreies Bier? )
Und dann war da noch… die Torte
Das zweite Geschenk war etwas für die Power – eine legendär leckere Eistorte, die ich sofort als Energie-Booster fürs Training genutzt habe.
Süß, cremig, perfekt gekühlt – die legale Form von Doping, die ich mir an einem Geburtstag gerne gönne.
Warum ich das alles teile?
Weil Motivation manchmal aus kleinen Dingen entsteht.
Aus Erinnerungen.
Aus Geschenken.
Aus Geschichten von Menschen, die gefallen sind – und wieder aufgestanden.
Weil es nicht immer nur um den perfekten Trainingsplan geht, sondern um das Gefühl, warum man überhaupt anfängt.
Und weil ich weiß: Da draußen sind viele, die gerade wieder aufstehen. Vielleicht hilft dieser Text ja dem ein oder anderen, den eigenen Sattel wieder hochzustellen und loszufahren.
Bleibt dran – und vergesst nicht: Jeder hat seine eigene Tour zu fahren.
Mit Höhen. Tiefen. Und manchmal… mit Eistorte.


