10. Januar 2026
Winterwonderland. Versprechen gehalten.
Der Jahreswechsel stand dieses Jahr unter einem kleinen Versprechen: Wenn es irgendwo ein Winterwonderland geben sollte – dann finden wir es.
Ursprünglich war der Plan ein anderer. Wir wollten die Tage rund um Silvester eigentlich mit Vereinsaktivitäten verbinden und Richtung Belgien, zu den Events rund um Dortmund, fahren. Arbeit und Auszeit kombinieren, ein Tapetenwechsel, neue Eindrücke. Aber relativ früh merkten wir: Das wird nichts.
Die Ferienwohnungen fühlten sich nicht richtig an. Dazu kam, dass unsere Kater Lou und Bob natürlich mit müssen – Silvester allein lassen ist keine Option. Und dann der Wetterbericht: Kälte. Schnee. Richtiger Winter.
Und plötzlich war dieser Gedanke wieder da. Der Gedanke, den wir schon so oft hatten. Warum eigentlich nicht Weihnachten und Silvester im Harz verbringen?
Die letzten Jahre ging das nie. Entweder aus gesundheitlichen Gründen oder weil das Wetter eher nach Dauerregen als nach Winter aussah. Dieses Jahr war es anders. Kalt. Klar. Schnee angekündigt.
Also haben wir entschieden, das Winterwetter zu nutzen und in unser kleines Häuschen zu wechseln.
Man muss dazu sagen: Unser Ferienhaus ist… speziell.
Kein fließendes Wasser.
Bei minus zehn Grad sind auch die Regenwasservorräte gefroren.
Für uns aber kein Problem.
Es ist eine Mischung aus Camping und einem muckeligen, infrarotgeheizten Luxushaus. Kurzentschlossen noch die letzten Sachen besorgt – Wasserreserven eingepackt, der Rest wird bei Besuchen freundlich „erschlaucht“ oder charmant erbettelt 😅. In der heutigen Zeit ist ja gefühlt alles möglich.
Am 26.12. sind wir dann in den Harz geflohen.
Lisa kann hier unglaublich gut abschalten.
Und ich war mental selbst nicht ganz auf der Höhe – also genau der richtige Ort, um runterzukommen. Der Harz erdet. Immer. Lou und Bob übrigens auch – vor allem die Infrarotheizung hat es ihnen angetan.
Wichtig ist auch: Hier ist wirklich nichts. Mitten im Nirgendwo.
Die Zufahrt ist selbst im Sommer jedes Mal ein kleines Abenteuer. Mit dem Auto festfahren gehört hier fast zur Grundausstattung.
Und trotzdem – oder gerade deswegen – lieben wir diesen Ort.
Die Wege sind kürzer, was für Lisa extrem gut ist.
Die Aussicht tut einfach gut.
Normalerweise ist hier im Winter niemand. Saison ist eigentlich nur von Frühjahr bis Herbst – von „Wasser nicht gefroren“ bis „bald Frost“.
Wir sind die einzigen, die hier anders heizen. Kein Holz nachlegen nachts, kein Ofen, der ausgeht.
Es bleibt gemütlich warm – auch bei minus zehn Grad.
Und dann kam es. Am Freitag, den 2.1., sind wir im Schneeparadies aufgewacht. Etwa 20 cm Schnee.
Bis zum 4.1. kamen nochmal gut 15 cm dazu.
Winterwonderland. Versprochen – geliefert.
Ein perfekter Moment, um Schneeketten zu testen. Denn ohne die kommst du hier schlicht nicht weg. Unsere Ferienhausnachbarn sind zwar auf Abruf – falls ich mich doch festfahre und der Traktor aus dem Dorf kommen muss 😅 – aber Schneeketten, wer hätte es gedacht, sind eine ziemlich sinnvolle Erfindung.
Wir genießen diese Zeit sehr.
Sind für den Verein unterwegs, bei der Familie, mal hier, mal da. Das gab es lange nicht mehr. Ich bin ehrlich gesagt überrascht, wie gut Lisa hier zur Ruhe kommt. Basteln, lachen, Zeit mit ihrer Familie verbringen. Der Kontakt war lange nicht da – umso schöner, dass es jetzt möglich ist.
Ich wiederum lebe hier ein kleines Stück meines Traums vom autarkeren Leben. Kettensäge anwerfen, Holz machen, feinschneiden. Das Gästezimmer weiter fertigstellen. Dinge tun, die sichtbar sind und direkt etwas bewirken.
Silvester selbst war hier hinten extrem ruhig.
Genau so, wie wir es uns gewünscht haben.
Kein Stress. Keine Nachbarn. Kein Geböller.
Einfach Stille.
Es ist einer der schönsten Flecken Erde, die wir kennen.
Und einer, den wir immer mehr zu schätzen wissen.
So haben wir – trotz aller Schwierigkeiten in 2025 – das Jahr sehr schön abgeschlossen.
Und 2026 lachend begonnen.
Und wieder merke ich, wie gut es tut, sich ein Stück Freiheit zurückzuholen.
Und ganz ehrlich: Wir können jetzt mit Überzeugung sagen, dass wir Dauernutzer unseres Ferienhauses sind –und keine Schönwetter-Camper mehr 😅







